Über 100 Millionen Nutzer bei Pinterest – was macht das Fotonetzwerk so attraktiv?

Diese Woche meldete Pinterest über 100 Millionen aktive monatliche Nutzer auf seiner Plattform. Damit hat sich die Nutzerzahl des Social-Sharing-Dienstes in den letzten 18 Monaten mehr als verdoppelt. Im gleichen Zeitraum stieg das Suchvolumen um 81 Prozent an.

Pinterest logo

Grund genug einen Blick auf die Erfolgsfaktoren bei Pinterest zu werfen. Was unterscheidet es von Instagram, Flickr, Snapchat & Co.?

Pinterest hat seine Nische gefunden

Pinterest als Plattform gibt es seit März 2010. Aktuell beschäftigt man dort 500 Mitarbeiter, hat die Website und Apps in über 30 Sprachen verfügbar gemacht und wie erwähnt gerade erst die 100-Millionen-Nutzer-Marke geknackt. Doch woher kommt das alles?

Pinterest ist eine Mischung aus Fotoalbum und sozialem Netzwerk. Angemeldet hat man die Möglichkeit “Boards” zu erstellen, die wie Fotoalben oder -galerien funktionieren. Darin kann man thematisch geordnet Fotos oder Videoclips von YouTube oder Vimeo abspeichern bzw. pinnen.

Der Clou kommt aber durch den Pin it-Button, der es Nutzern erlaubt, Bilder direkt von Websites einzubinden. Er kann entweder als Social Plugin auf Websites installiert werden und erscheint dann automatisch beim Schweben mit der Maus über den Bildern, oder kann als Browser-Button in Form eines Lesezeichens abgespeichert und bei Bedarf aufgerufen werden. 2012 gingen fast 80 Prozent aller Pins direkt auf den Button zurück.

Pinterest monetarisiert sich seit einiger Zeit mit Sponsored Pins. (Quelle)

Der größte Erfolgsfaktor ist aber, dass beim Pinnen auch die Quelle automatisch verlinkt wird – Pinterest wird also zum Traffic-Lieferanten. Sehe ich etwa bei Flickr ein tolles Foto, kann ich es abspeichern und die Originalquelle wird automatisch verlinkt. Das bedeutet Backlinks und Exposure für die Gestalter (aber kann auch urheberrechtliche Probleme verursachen – also Achtung bei der Verwendung!).

Doch das allein reicht noch nicht aus, um Pinterest erfolgreich zu machen. Die thematische Nische ist es.

Mein Kommentar: Ich nutze Pinterest seit 2012, habe inzwischen 450+ Follower und das sind meine Erfahrungen

Seit ich mich im Januar 2012 – damals noch ausschließlich über Einladungen – bei Pinterest angemeldet habe, ist mir das Netzwerk ans Herz gewachsen. Ich verachte Instagram nicht, aber widerspreche vielem, was dort geschieht. Stattdessen nutze ich selbst EyeEm. Doch Pinterest lässt sich nicht mit anderen Bildnetzwerken vergleichen. Die obigen technischen Eigenarten sind das eine, doch Pinterest hat einen anderen historischen Hintergrund.

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Foodporn, Life Hacks, Geek, DIY und andere Themen finden sich häufig bei Pinterest.
Foodporn, Life Hacks, Geek, DIY und andere Themen finden sich häufig bei Pinterest.

Frauen haben Pinterest populär gemacht – Soccer Moms, Verlobte, Bräute oder Bastelfreunde. Pinterest war und ist vor allem für das Hobby und die Freizeit. Bei mir ist es auch so. Über pinterest.com/christianallner sind zwar auch meine beruflichen Projekte zu erreichen, doch auch viel Privates wie Boards zu Geek, Star Wars oder Reisen.

Doch genau das hebt Pinterest von den anderen Netzwerken ab. Der rein private und ungeschönte Hobby-Hintergrund. Man kann bei Pinterest bspw. auch keine Filter oder Effekte einbauen. Die Fotos werden unverfälscht hochgeladen.

Natürlich wird Pinterest kontrovers diskutiert. Trägt es zur Oberflächlichkeit unserer Gesellschaft durch Bilderflut bei bei oder erleichtert es eher die Kommunikation? Ich persönlich sehe es als Fotoalbum und Clipboard.

Fazit: Für wen eignet sich Pinterest?

Pinterest ist nützlich sowohl für Privatleute, wie das obige Video illustrieren möchte, als auch Unternehmen, die in diesen Branchen (Heimwerken, Mode, Outdoor etc.) tätig sind.

Schlussendlich ist Pinterest eine ehrliche Plattform, die ungeschminkt und, ja auch ungefiltert auftritt. Das sollte man mit den automatischen Quellverlinkungen nicht unterschätzen. Noch spielt Pinterest eine untergeordnete Rolle in Deutschland, doch das hat Instagram bis vor kurzem und Facebook vor mehreren Jahren auch noch.

Christian Allner, M.A.
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Christian Allner, M.A.

Als Schrift-Architekt berät und betreut Christian Allner seit 2011 KMUs darin, besser zu kommunizieren und Social Media zu verstehen. Mit verschiedenen Bildungsträgern bietet er Seminare und Workshops an und ist als Speaker auf Barcamps und Events aktiv.
Er ist kaufmännisch ausgebildet (Immobilienverwalter im ersten Leben), in mehreren Branchenverbänden aktiv und promoviert zurzeit an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt.

Daneben schreibt er u.a. für Social Media Statistiken, macht Radio mit #Onlinegeister und coacht bei Selbständig in Mitteldeutschland. Begeisterter Hobbykoch und Boulderer.
Christian Allner, M.A.
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