Amazon kauft Türklingelhersteller Ring für 1 Milliarde Dollar – Was nun?

Megainvestition in die Zukunft bei Amazon: Der Druck im Versandhandel wächst immer weiter. Alleine die Tatsache, dass es bereits erste Deutsche Händler gibt, die Alipay akzeptieren (die chinesische Variante von Paypal) ist Grund genug in die Zukunft zu investieren und nicht zu schlafen.

Die wenigsten Deutschen wissen wie eng es auf diesem Markt wirklich ist. Zwar kennen mittlerweile 3 von 5 Deutschen den Begriff Alibaba, aber die Größe des chinesischen Onlinehandels-Giganten kann keiner wirklich abschätzen. Nur logisch, dass Amazon da den Absprung nicht verpassen will.

Amazon macht Zukauf

Auf dem Unterhaltungsmarkt ist Amazon mit seinem Videostreamingdienst schon gut aufgestellt, dank einiger Eigenproduktionen ist hier auch für Exklusivität gesorgt. Amazon wird zwar hier den Branchengiganten Netflix kaufen müssen, um die Führung in diesem Segment zu übernehmen, ist aber mit einer soliden Basis ausgestattet, um das notfalls auch ermöglichen zu können, wobei Amazon dafür mehr als das 100-Fache anlegen müsste, was sie jetzt bezahlt haben.

Das Startup Ring, welches Amazon für eine Milliarde Dollar gekauft hat, soll dabei helfen dem Unternehmen eine neue Struktur zu ermöglichen. Ring ist ein Startup, das eine elektronische Türklingel anbietet.

Der Service von Ring soll es ermöglichen die Türklingel mit einer ausgestatteten Kamera von überall aus zu bedienen. Eine reine IP-Kamera in der Türklingen wäre jetzt keine Revolution, aber das Unternehmen Ring möchte einen entsprechenden Türöffner integrieren, so das wir zum Beispiel dem Postboten die Türe öffnen können. Dieser kann dann das angelieferte Paket direkt hinter der Haustüre abstellen und wird die Ganze Zeit dabei videoüberwacht.

Vorteil hiervon: Keinerlei Pakete kommen mehr weg, weil sie einfach vor der Haustüre gelagert werden. Alleine hierdurch entstehen Amazon täglich große Verluste. In diesem Sinne gibt es natürlich auch keine Chance mehr für Betrüger, die derzeit, dank der Amazon-Garantie, sehr einfach eine Doppellieferung auslösen können, solange die Ware unversichert ankommt, vor der Türe steht oder einfach vom Nachbarn angenommen wurde.
Durch die Integration von Ring ins Smart-Home-System Amazon Echo ließen sich so massive neue Skills für Alexa anlegen, bis hin zur Gesichtserkennung und Türöffnung ohne Schlüssel. Hinzu kommen aber auch viele andere Dinge, wie die Videoüberwachung und vieles mehr. Damit könnte Amazon nicht nur ein smartes Zuhause, sondern auch ein sicheres Zuhause anbieten, das vollkommen überwacht werden kann.

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Ein Albtraum für Datenschützer, aus dem sie in der Regel schweißgebadet aufwachen. Ob es soweit kommen wird muss die Zukunft zeigen aber derzeit bin ich der Meinung, dass Amazon mit einem solch vernetzten Zuhause am Datenschutz in Europa scheitern könnte.

Christian Allner, M.A.
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Christian Allner, M.A.

Als Schrift-Architekt berät und betreut Christian Allner seit 2011 KMUs darin, besser zu kommunizieren und Social Media zu verstehen. Mit verschiedenen Bildungsträgern bietet er Seminare und Workshops an und ist als Speaker auf Barcamps und Events aktiv.
Er ist kaufmännisch ausgebildet (Immobilienverwalter im ersten Leben), in mehreren Branchenverbänden aktiv und promoviert zurzeit an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt.

Daneben schreibt er u.a. für Social Media Statistiken, macht Radio mit #Onlinegeister und coacht bei Selbständig in Mitteldeutschland. Begeisterter Hobbykoch und Boulderer.
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