Europäischer Datenschutztag: Wir sind der gläserne Bürger

Auf Initiative des Europarats 2007 eingeführt, sollte uns der Europäische Datenschutztag an die Konvention zum Europäischen Datenschutz erinnern. Doch inmitten von PRISM, Tempora, Google und Facebook wirkt dieser Jahrestag eher ironisch bis sarkastisch.

Wir befinden uns in einem Überwachungsstaat

Längst befinden wir uns in einem Überwachungsstaat. Dabei ist das sehr neutral gemeint, denn überwacht haben wir schon immer. Jeder Informatiker wird gern bestätigen, dass wir ohne Proxys oder Stealth-Software einen gewaltigen fetten Fußabdruck im Internet hinterlassen. Internetprovider von Telekom über O2, Vodafone, 1&1 und andere zeichnen unsere Bewegungen im Netz auf. Antiviren-Softeware – egal ob Avira, Bitdefender, McAfee oder wie sie heißen mögen, loggen unsere digitalen Streifzüge mit. Fast jede größere Website setzt Cookies auf unserem Rechner ab und beobachtet damit unsere Bewegungen im Internet

Doch das ist nicht schlimm

Wenn Internetprovider, Websites und andere Dienste diese Inhalte nicht aufzeichnen würden, könnten wir das Internet kaum sinnvoll nutzen. Allein zu wissen, welche IP-Nummer auf eine Website zugreift oder sich dort einloggt verhindert, dass wir bei jedem Datentransfer zuerst unsere Passwörter wieder eintragen müssen. Cookies sind dafür zuständig. Diese kleine Textdateien erinnern die Website-Server nur daran, dass diese IP-Adresse bereits eingeloggt und bekannt ist. Wie der Türsteher, der einen durchwinkt.

Wir überwachen uns bereits selbst

Das, was Datenschützer und (immerhin!) manche Politiker beklagen, ist die missbräuchliche Verwendung dieser Daten. Doch hier möchte ich kurz die TV-Serie Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D. – in unnachahmlicher Art kurz zusammengefasst in Episode 4 der laufenden ersten Staffel:

„Between Facebook, Instagram, and Flickr – people are suveilling themselves.“
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